Empowermentsensible Religionsdidaktik für die Förderschule – Glückwunsch zum Abschluss der Promotion

Wir gratulieren Timo Wohkittel. Im Juni hat er sein Promotionsprojekt „Empowerment als religionsdidaktisches Regulativ. Grundlinien einer Religionsdidaktik im Bereich der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ mit der Verteidigung seiner Dissertation erfolgreich abgeschlossen.
Der Religionsunterricht sieht sich aufgrund steigender Zahlen von konfessionslosen Schüler*innen bei gleichzeitig wachsender Heterogenität innerhalb der religiösen Landschaft mit besonderen Hürden konfrontiert. Religionsdidaktische Diskurse sind geprägt durch Begriffe wie IndividualisierungPluralisierung und Heterogenität. Gerade in einer Förderschule ist die Lage des Religionsunterrichts auch aufgrund struktureller Gegebenheiten prekär. Didaktisch betrachtet kann die Arbeit an und eine Überwindung der Hürden durch eine Bearbeitung der Empowerment-Diskurse gelingen. Was bisher fehlt ist eine religionsdidaktische Zuspitzung und eine konkrete Übertragung der Erkenntnisse aus Empowerment-Diskursen auf die unterrichtliche Praxis. Im Modus einer interpretativen Vermittlung (Nipkow) sollen heilpädagogische, theologische und religionspädagogische Aspekte zum Empowerment in Verbindung gebracht werden, um aus diesen dann Grundlinien einer empowerment-sensiblen Religionsdidaktik herauszustellen. Leitend soll dabei die Frage sein, wie ein Religionsunterricht didaktisch so zu konzipieren ist, dass dieser sich als empowerment-sensibel erweist.

Evaluation kirchlicher Praxis und Transdisziplinarität? – Eindrücke von der Jahrestagung der DeGEval

Erstmalig in diesem Jahr stellten verschiedene Akteure der Evaluation kirchlicher Praxis ihre Zugänge in einer gemeinsamen Session auf der DeGEval-Jahrestagung vor und stießen damit auf reges Interesse. Die einzelnen Beiträge ließen in ihrer Unterschiedlichkeit die Komplexität des Anwendungsfeldes erkennen und ergänzten sich dabei: Das Zentrum für Angewandte Pastoralforschung (ZAP) präsentierte Wirkfaktoren für Kirchenbindung, der Beitrag des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der EKD näherte sich der Kirche als paradoxer Organisation, das Institut zur Erforschung von Mission und Kirche (IMK) gab Einblicke in die Messung von Congregational Flourishing und die Forschungsstelle für Missionale Kirchen- und Gemeindeentwicklung (MKG) hob das Potential eines programmtheorieorientierten Vorgehens für die Evaluation landeskirchlicher Innovationsprogramme hervor. Rund um die Session kamen auch Austausch und Vernetzung untereinander nicht zu kurz.

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Evaluation – das bedeutet: Ca. 300 Evaluator:innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, eine Fülle methodischer, theoretischer und operativer Impulse und viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch in einer offenen Community. Auch in diesem Jahr war die Bandbreite von Ansätzen und Anwendungsfeldern der Tagungsbeiträge enorm: Sie reichte von der Vorstellung haarkleiner Interview-Analysen mittels dokumentarischer Methode bis hin zu hoch komplexen Wirkmodellen von Entwicklungshilfe- oder Umweltschutzprogrammen.

Thematisch stand die Jahrestagung in diesem Jahr unter dem Titel „Transdisziplinarität: Impulse für und durch Evaluation!?“. Auch wenn die klare Ein- und Abgrenzung transdisziplinärer Forschung im Tagungsverlauf immer wieder Anlass zur Diskussion gab, stellten sich doch einige Kernelemente als zentral heraus: Transdisziplinäre Forschung reagiert auf komplexe, gesellschaftliche Probleme und integriert dazu Wissen nicht nur aus verschiedenen fachlichen Disziplinen sondern auch aus Wissenschaft und Praxis. Dabei ist ihr auch ein gestalterisches, transformatives Interesse eigen. Als solche ist sie also unmittelbar anschlussfähig für das kirchenentwicklerische Anliegen der MKG und die kollaborativen und partizipativen Forschungsansätze, mit denen sich die verschiedenen Forschungsstellen unter dem Dach des CES auseinandersetzen. Um diese Einsicht bereichert und mit dem Kopf voller neuer Ideen und Eindrücke ging es zurück nach Halle.