MACHT-OHNMACHT-STARK: Tagungsrückblick

Um evangelische Kirchen als Minderheiten ging es bei der internationale Tagung MACHT-OHNMACHT-STARK. Am 13. Und 14. März kamen in der Theologischen Fakultät in Halle ca. 50 interessierte Menschen zusammen. Angeregt durch die Beiträge aus Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien sowie von Vertreter*innen der sorbisch-evangelischen Kirche in Deutschland wurde die gegenwärtige Situation der evangelischen Minderheiten wahrgenommen und gemeinsam über zentrale Fragen nachgedacht. Wie erhalten sie angesichts der Herausforderungen ihre Handlungsfähigkeit? Welche Rolle spielt die verwundete kollektive Identität für diese Kirchen? Worin liegt ihre Stärke? Neben spezifischen Unterschieden wurden auch die Gemeinsamkeiten zur Situation der evangelischen Kirchen in Mittelostdeutschland angesprochen, der Blick für das eigene das eigene Selbstbild geschärft und an weiterführenden Fragen gearbeitet.

Hier finden Sie den ausführlichen Tagungsbericht: Macht-Ohnmacht-Stark_Tagungsbericht

Forschung, die wirkt? – European Gathering in Halle

„How can our Research make an Impact on Church Development?“ Unter dieser Frage versammelten sich am 23. – 24. März 2026 ca. 30 Wissenschaftler:innen aus sieben Ländern. Im Rahmen von Workshops, Diskussionen und Kurzvorträgen tauschten sie sich darüber aus, wie das Ineinander akademischer Forschung und kirchlicher Praxis gedacht und gestaltet werden kann. Wer sind die Adressat:innen der Forschung und wie sind sie eingebunden? Hilft Storytelling dabei, Forschungsergebnisse eingängiger zu kommunizieren? Und welches Verständnis Praktischer Theologie liegt solchen Zugängen zu Grunde?

Die Vielfalt der nationalen Hintergründe und Forschungstraditionen sorgte für ein inspirierendes Miteinander und lässt auf ein erneutes Treffen im kommenden Jahr hoffen!

Zum Programm

Poetry-Slam und Predigt – Glückwunsch zum Abschluss der Promotion

Wir gratulieren Tim Dornblüth. Im Dezember hat er sein Promotionsprojekt „Poetry Slam und Kommunikation des Evangeliums“ mit der Verteidigung seiner Dissertation erfolgreich abgeschlossen.
„Klatschen und Lachen verboten.“ Das scheint unausgesprochen nicht selten hinter kirchlichen Verkündigungsvollzügen zu stehen. Zugleich ist mittlerweile mit Poetry Slam eine Form mündlich vorgetragener Literatur entstanden, die insbesondere bei jungen Menschen beliebt ist und der es genau darauf ankommt: Interaktion mit dem Publikum, z.B. durch Klatschen, Lachen, Zwischenrufe, knisternde gespannte Stille, und auch durch abschließende Publikumsbewertung des vorgetragenen Kurztextes. In meinem Dissertationsprojekt hat Tim das Potential untersucht, das von dieser Kunstform für kirchliche und religionspädagogische Vollzüge ausgeht: Poetry Slam verändert den Blick auf Predigt — und umgekehrt. Von Poetry Slam lernen, … liegt für das Empowerment der Hörenden? Welche Möglichkeiten des Self-Empowerment bietet Poetry Slam für die Auftretenden? Und was lässt sich daraus für die Ziele und Methoden von Predigt, Religionsunterricht und Gemeindepädagogik lernen?

Kontaktstudium »Kirche in der Säkularität – Perspektiven christlichen Empowerments« ab Sommersemester 2026 in Halle/Saale

Für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen bieten wir ab 2026 ein fokussiertes Kontaktstudium an der Theologischen Fakultät in Halle an. Es findet jeweils im Sommersemester statt.

Wie können Gemeinden und kirchliche Einrichtungen mit den rapiden Veränderungen umgehen, die eine zunehmende Säkularität der Gesellschaft und Schrumpfungsprozesse in den Kirchen mit sich bringen? Wie können die aufrichtenden, ermutigenden, kraftspendenden und machtkritischen Dimensionen des Evangeliums neu relevant werden?

Wir laden Sie ein, mit uns am „Center for Empowerment Studies – Forschungszentrum Christliches Empowerment in der Säkularität“ gemeinsam darüber nachzudenken. Theorien, Praxisbeispiele und der Austausch mit Lehrenden und Studierenden ermöglichen ein vertieftes Verständnis und neue Impulse für den Arbeitsalltag.

Halle/Saale steht für das Zusammenspiel von Säkularität und religiöser Pluralität, für kirchliche Innovation und für theologische Traditionen.

MACHT ∙ OHNMACHT ∙ STARK: Fachtagung am 13. & 14. März 2026

Evangelisch sein – ohne gesellschaftliche Mehrheit, aber mit geistlicher Kraft: In Mittel- und Osteuropa leben evangelische Christen ihren Glauben nicht als Mehrheitskirche, sondern als kirchliche Minderheit. Ihre Erfahrungen im Umgang mit post-kommunistischer Transformation, gesellschaftlichem Wandel, Identitätsfragen, Populismus, Vertrauensverlust oder dem Verhältnis zu Staat und Gesellschaft sind herausfordernd – und inspirierend.

Diese Veranstaltung lädt alle ein, die Kirche weiterdenken wollen – ob ehrenamtlich oder hauptberuflich.

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

Erfahrungsaustausch, Forschungseinblicke und Praxistipps: Impulstag zum freiwilligen Engagement ermutigt kirchliche Ehren- und Hauptamtliche

Erfahrungsaustausch, Forschungseinblicke und Praxistipps: Impulstag zum freiwilligen Engagement ermutigt kirchliche Ehren- und Hauptamtliche

Am 30. August kamen ca. 60 Ehrenamtliche und Hauptamtliche zusammen, um gemeinsam an Rahmenbedingungen für kirchliches Ehrenamt zu arbeiten. Wie können freiwillig Engagierte mit Freiraum, Eigenständigkeit und Freude ihre Gemeinden mitgestalten?

In Workshops wurde es praktisch, wenn es zum Beispiel um die Begleitung von Ehrenamtlichen durch regelmäßige Gespräche, um die digitale Organisation der Zusammenarbeit oder um eigenständige Gemeindeleitung ging. Auch das Thema „Freiräume schaffen durch Exnovation“ war vielen ein Bedürfnis.

Der Tag bot Impulse und Raum für Diskussionen und persönlichen Austausch. Viele kehrten ermutigt und inspiriert an ihre Orte zurück.

Impressionen

Annual Meeting of the International Consultation on Ecclesial Futures (ICEF) in Wellington/Südafrika zum Thema „Ecclesial Hospitality“

Vom 23. bis 27. Juni 2025 hat das jährliche Treffen des Netzwerkes International Consultation on Ecclesial Futures in Wellington/Südafrika stattgefunden. Es haben sich 15 Mitglieder aus Südafrika, den USA, Norwegen, Australien, Deutschland, Dänemark und England über das Thema „Ecclesial Hospitality“ ausgetauscht. Im Fokus standen thematische Aspekte wie Flucht, Migration und Integration, Eucharistie und Gastfreundschaft, digitale Gastfreundschaft sowie Gottes Mission und Gastfreundschaft. Angereichert wurden die Überlegungen durch die Perspektiven verschiedener Gäste aus Südafrika, die punktuell an der Tagung teilgenommen haben.

Hinsichtlich einer an Empowerment orientierten Praktischen Theologie war der Vortrag „Radical Ecclesial Hospitality as Justice: A Womanist Theological Praxis“ von Dr. Fundiswa Kobo, Professorin für Christian Spirituality, Church History and Missiology an der University of South Africa (Pretoria) spannend. Sie hat unter anderem von der gelebten Theologie sog. ‚kitchen girls‘ berichtet und beschrieben wie zahlreiche Generationen von Black people an den Küchentischen ihrer Großmütter und Mütter eine tiefe theologisch-geistliche Prägung erhalten haben. Diese Prägung wurde u. a. als Empowerment für den Kampf um Gerechtigkeit und Teilhabe und gegen Rassismus und Ausgrenzung beschrieben.

Vom Center for Empowerment Studies der Universität Halle-Wittenberg haben Dr. Hanna Kauhaus und Dr. Felix Eiffler an der Tagung teilgenommen. Dr. Eiffler hat einen Vortrag zum Thema „Is the ecumenical rite of passage for the coming of age ‚Feier der Lebenswende‘ in East Germany a variant of Ecclesial Hospitality?“ gehalten. Darin hat er die Hallesche Feier der Lebenswende dreifach perspektiviert: a) mit der Figur der Kommunikation des Evangeliums, b) mit den Five Marks of Mission der Anglikanischen Gemeinschaft und c) mit der Beschreibung von Hospitality als „A Place at the Table“ (Miranda Harris/Jo Swinney) als Teilen von Leben in all seinen Höhen und Tiefen.

Abschied von Dr. Georg Bucher

Nach vielen Jahren intensiven Engagements und großartiger Mitarbeit am Lehrstuhl für Religionspädagogik, an der Forschungsstelle für Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse sowie am Center for Empowerment Studies verabschieden wir Dr. Georg Bucher. Georg Bucher wird künftig als Juniorprofessor für Evangelische Religionspädagogik an der Universität Bielefeld tätig sein. Wir danken ihm herzlich für seine vielfältige Arbeit, seine fachliche Leidenschaft und seine gewinnende Menschlichkeit. Wir wünschen ihm Gottes Segen und gutes Gelingen für seine neue Aufgabe.

Vom CES zu ImmEr: Abschied von Floreal Keller

Seit Oktober 2023 forschte Floreal Keller an der Forschungsstelle Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse (RKL) am CES. In seinem Forschungsprojekt widmete er sich dem Thema Islam im Ethik- und Religionsunterricht in Sachsen-Anhalt und befragte dazu in einer Interviewstudie Lehrkräfte. 

Nun wartet eine neue Aufgabe auf Ihn: 

Floreal Keller arbeitet seit dem 01.06.2025 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verbundprojekt Integration durch Bildung von immigrierten und geflüchteten Jugendlichen in den Hilfen zur Erziehung (ImmEr) an der Allgemeinen Erziehungswissenschaften der TU Chemnitz.

Das Team des CES dankt Floreal Keller für die gemeinsame Zeit und wünscht Ihm für seine Zukunft alles Gute!