Pfarrpersonen aus Neckar-Bergstraße zu Gast am CES

Am 18. Mai waren wir mit 11 Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Kirchenbezirk Neckar-Bergstraße (Baden) im Rahmen einer Studienreise zum Thema „Kirche sein in Zeiten der Transformation“ zu Gast am CES. Am Vormittag erhielten wir durch Dr. Felix Eiffler einen Überblick über die kirchliche Situation in der EKM und eine Einführung in regio-lokale Kirchenentwicklung, am Nachmittag referierte Prof. Dr. Michael Domsgen über christliches Empowerment. Reges Nachfragen und Diskutieren zeigte, dass beide Themen zu aktuell brennenden Fragen der Kirchenentwicklung wichtige Impulse geben konnten.

Wir danken beiden Referenten sehr für die Einblicke in ihre Arbeit und sind gespannt, wie die in Halle erhaltenen Impulse in unserem Kirchenbezirk weiterwirken werden.

(Sabine Bayreuther)

Empowermentsensible Religionsdidaktik für die Förderschule – Glückwunsch zum Abschluss der Promotion

Wir gratulieren Timo Wohkittel. Im Juni hat er sein Promotionsprojekt „Empowerment als religionsdidaktisches Regulativ. Grundlinien einer Religionsdidaktik im Bereich der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ mit der Verteidigung seiner Dissertation erfolgreich abgeschlossen.
Der Religionsunterricht sieht sich aufgrund steigender Zahlen von konfessionslosen Schüler*innen bei gleichzeitig wachsender Heterogenität innerhalb der religiösen Landschaft mit besonderen Hürden konfrontiert. Religionsdidaktische Diskurse sind geprägt durch Begriffe wie IndividualisierungPluralisierung und Heterogenität. Gerade in einer Förderschule ist die Lage des Religionsunterrichts auch aufgrund struktureller Gegebenheiten prekär. Didaktisch betrachtet kann die Arbeit an und eine Überwindung der Hürden durch eine Bearbeitung der Empowerment-Diskurse gelingen. Was bisher fehlt ist eine religionsdidaktische Zuspitzung und eine konkrete Übertragung der Erkenntnisse aus Empowerment-Diskursen auf die unterrichtliche Praxis. Im Modus einer interpretativen Vermittlung (Nipkow) sollen heilpädagogische, theologische und religionspädagogische Aspekte zum Empowerment in Verbindung gebracht werden, um aus diesen dann Grundlinien einer empowerment-sensiblen Religionsdidaktik herauszustellen. Leitend soll dabei die Frage sein, wie ein Religionsunterricht didaktisch so zu konzipieren ist, dass dieser sich als empowerment-sensibel erweist.

Erfolgreicher Start des Kontaktstudiums „Kirche in der Säkularität“

Mit dem Start des Sommersemesters 2026 hat das neue Kontaktstudium „Kirche in der Säkularität – Perspektiven christlichen Empowerments“ begonnen, welches das CES für Pfarrpersonen und weitere interessierte Menschen aus der kirchlichen Praxis anbietet. Fünf Personen haben sich auf den Weg gemacht und sind u. a. aus Westfalen und Thüringen nach Halle gekommen. „So wie es ist, geht es nicht weiter. Wir brauchen neue Perspektiven für die Gemeindearbeit“ – so und ähnlich begründeten die Kontaktstudierenden ihre Entscheidung für das Studiensemester am CES. Wir freuen uns auf den Austausch und das gemeinsame Arbeiten an Fragen eines christlichen Empowerments unter säkularen Bedingungen. Die Verbindung von theoretischen und praktischen Perspektiven verspricht anregende Wechselwirkungen. Neben einem Seminar werden verschiedene Exkursionen zu kirchlich-diakonischen Praxispartnern durchgeführt (bspw. Lutherhaus Jena und die Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung in Berlin).

Der nächste Jahrgang ist für das Sommersemester 2027 geplant. Weitere Informationen zum Kontaktstudium finden Sie hier.

MACHT-OHNMACHT-STARK: Tagungsrückblick

Um evangelische Kirchen als Minderheiten ging es bei der internationale Tagung MACHT-OHNMACHT-STARK. Am 13. Und 14. März kamen in der Theologischen Fakultät in Halle ca. 50 interessierte Menschen zusammen. Angeregt durch die Beiträge aus Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien sowie von Vertreter*innen der sorbisch-evangelischen Kirche in Deutschland wurde die gegenwärtige Situation der evangelischen Minderheiten wahrgenommen und gemeinsam über zentrale Fragen nachgedacht. Wie erhalten sie angesichts der Herausforderungen ihre Handlungsfähigkeit? Welche Rolle spielt die verwundete kollektive Identität für diese Kirchen? Worin liegt ihre Stärke? Neben spezifischen Unterschieden wurden auch die Gemeinsamkeiten zur Situation der evangelischen Kirchen in Mittelostdeutschland angesprochen, der Blick für das eigene das eigene Selbstbild geschärft und an weiterführenden Fragen gearbeitet.

Hier finden Sie den ausführlichen Tagungsbericht: Macht-Ohnmacht-Stark_Tagungsbericht

Forschung, die wirkt? – European Gathering in Halle

„How can our Research make an Impact on Church Development?“ Unter dieser Frage versammelten sich am 23. – 24. März 2026 ca. 30 Wissenschaftler:innen aus sieben Ländern. Im Rahmen von Workshops, Diskussionen und Kurzvorträgen tauschten sie sich darüber aus, wie das Ineinander akademischer Forschung und kirchlicher Praxis gedacht und gestaltet werden kann. Wer sind die Adressat:innen der Forschung und wie sind sie eingebunden? Hilft Storytelling dabei, Forschungsergebnisse eingängiger zu kommunizieren? Und welches Verständnis Praktischer Theologie liegt solchen Zugängen zu Grunde?

Die Vielfalt der nationalen Hintergründe und Forschungstraditionen sorgte für ein inspirierendes Miteinander und lässt auf ein erneutes Treffen im kommenden Jahr hoffen!

Zum Programm

Poetry-Slam und Predigt – Glückwunsch zum Abschluss der Promotion

Wir gratulieren Tim Dornblüth. Im Dezember hat er sein Promotionsprojekt „Poetry Slam und Kommunikation des Evangeliums“ mit der Verteidigung seiner Dissertation erfolgreich abgeschlossen.
„Klatschen und Lachen verboten.“ Das scheint unausgesprochen nicht selten hinter kirchlichen Verkündigungsvollzügen zu stehen. Zugleich ist mittlerweile mit Poetry Slam eine Form mündlich vorgetragener Literatur entstanden, die insbesondere bei jungen Menschen beliebt ist und der es genau darauf ankommt: Interaktion mit dem Publikum, z.B. durch Klatschen, Lachen, Zwischenrufe, knisternde gespannte Stille, und auch durch abschließende Publikumsbewertung des vorgetragenen Kurztextes. In meinem Dissertationsprojekt hat Tim das Potential untersucht, das von dieser Kunstform für kirchliche und religionspädagogische Vollzüge ausgeht: Poetry Slam verändert den Blick auf Predigt — und umgekehrt. Von Poetry Slam lernen, … liegt für das Empowerment der Hörenden? Welche Möglichkeiten des Self-Empowerment bietet Poetry Slam für die Auftretenden? Und was lässt sich daraus für die Ziele und Methoden von Predigt, Religionsunterricht und Gemeindepädagogik lernen?

Kontaktstudium »Kirche in der Säkularität – Perspektiven christlichen Empowerments« ab Sommersemester 2026 in Halle/Saale

Für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen bieten wir ab 2026 ein fokussiertes Kontaktstudium an der Theologischen Fakultät in Halle an. Es findet jeweils im Sommersemester statt.

Wie können Gemeinden und kirchliche Einrichtungen mit den rapiden Veränderungen umgehen, die eine zunehmende Säkularität der Gesellschaft und Schrumpfungsprozesse in den Kirchen mit sich bringen? Wie können die aufrichtenden, ermutigenden, kraftspendenden und machtkritischen Dimensionen des Evangeliums neu relevant werden?

Wir laden Sie ein, mit uns am „Center for Empowerment Studies – Forschungszentrum Christliches Empowerment in der Säkularität“ gemeinsam darüber nachzudenken. Theorien, Praxisbeispiele und der Austausch mit Lehrenden und Studierenden ermöglichen ein vertieftes Verständnis und neue Impulse für den Arbeitsalltag.

Halle/Saale steht für das Zusammenspiel von Säkularität und religiöser Pluralität, für kirchliche Innovation und für theologische Traditionen.

MACHT ∙ OHNMACHT ∙ STARK: Fachtagung am 13. & 14. März 2026

Evangelisch sein – ohne gesellschaftliche Mehrheit, aber mit geistlicher Kraft: In Mittel- und Osteuropa leben evangelische Christen ihren Glauben nicht als Mehrheitskirche, sondern als kirchliche Minderheit. Ihre Erfahrungen im Umgang mit post-kommunistischer Transformation, gesellschaftlichem Wandel, Identitätsfragen, Populismus, Vertrauensverlust oder dem Verhältnis zu Staat und Gesellschaft sind herausfordernd – und inspirierend.

Diese Veranstaltung lädt alle ein, die Kirche weiterdenken wollen – ob ehrenamtlich oder hauptberuflich.

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

Erfahrungsaustausch, Forschungseinblicke und Praxistipps: Impulstag zum freiwilligen Engagement ermutigt kirchliche Ehren- und Hauptamtliche

Erfahrungsaustausch, Forschungseinblicke und Praxistipps: Impulstag zum freiwilligen Engagement ermutigt kirchliche Ehren- und Hauptamtliche

Am 30. August kamen ca. 60 Ehrenamtliche und Hauptamtliche zusammen, um gemeinsam an Rahmenbedingungen für kirchliches Ehrenamt zu arbeiten. Wie können freiwillig Engagierte mit Freiraum, Eigenständigkeit und Freude ihre Gemeinden mitgestalten?

In Workshops wurde es praktisch, wenn es zum Beispiel um die Begleitung von Ehrenamtlichen durch regelmäßige Gespräche, um die digitale Organisation der Zusammenarbeit oder um eigenständige Gemeindeleitung ging. Auch das Thema „Freiräume schaffen durch Exnovation“ war vielen ein Bedürfnis.

Der Tag bot Impulse und Raum für Diskussionen und persönlichen Austausch. Viele kehrten ermutigt und inspiriert an ihre Orte zurück.

Impressionen